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Block 3 – Lernen auf die Jägerprüfung

Diese Woche war es wieder soweit. Von Freitag Abend bis die darauf folgende Woche Sonntag Abend weitere 8 Tage Unterricht für die Jägerprüfung.

Tag 1 Freitag 2. Juni – Schießkino

Tag 2 Schießen, Zerwirken und Schulung zur Kundigen Person Samstag 3. Juni

Das Schießen lief heute Morgen sehr gut. Auf den Rehbock wird jetzt verzichtet. Kipphasen bleiben bei 9.5/10 der laufende Keiler pegelt sich bei 3/5 ein. Hier muss ich noch etwas besser werden. Merke, dass ich beim Mitschwingen ab der Hälfte anfange eher einen Sinuskurvenverlauf zu beschreiben. Keine Ahnung ob mir die Waffe zu schwer wird? Auf jeden Fall heisst das für mich: früher fliegen lassen. Zumindest kann ich bei den nicht sauber getroffenen genau sagen wo sie liegen. Immerhin. Nach einer Stärkung mit Erdbeerkuchen geht es in die schon vom letzten Mal bekannte Wildkammer. Hier begleiten wir einen Metzger beim aus der Decke schlagen und Zerwirken eines Rehbocks. Danach findet die Schulung zur kundigen Person statt, welche in BW eine zwingende Veraussetzung für die Teilnahme an der Jägerprüfung ist. Bei den 32 die draussen anliegen stellt sich mir die Frage, wie das traditionelle Strecke legen und Wildbrethygiene sich miteinnder vertragen (gut bei den Drückjagenden ist es meist kälter, da im Herbst), aber trotzdem. Die Schulung ist ein sehr guter Einstieg in die nächsten zwei Schulungstage welche die Überschrift “ Wildkrankheiten“ haben werden.

Tag 3 Wildkrankheiten Pfingstsonntag 4. Juni

Wir sind heute im Revier von Ralph am Dachsberg und lernen bei einem langen Reviergang die malerischen Ecken der Gegend kennen. Obwohl heute Wildkrnkheiten als Hauptthema im Lernplan steht läuft es wie in jeder der bisherigen Lerneinheiten: alle Themen zur Jagd werden in einer zwanglosen Diskussion und bei der Wiedergabe von Geschichten wiederholt: Schonzeiten, Waffen, Baumarten, Hunde, Wildschaden, Jagdrecht, Jagdzeiten, Haarwild, Federwild. Der Fokus aber mit mehr als 60% auf Wildkrankheiten. Vor allem die praktischen Tipps zum Erkennen von bedenklichen Merkmalen vor dem Schuss und die möglichen Ursachen sind für uns Neulinge natürlich Gold wert. Bei der Mittagspause (wir sitzen, essen und die Fachgespräche gehen weiter) bekommen wir Besuch von einer Berner Sennenhündin mit zwei kleinen Welpen. Die Kleinen werden gerade entwöhnt und tollen um uns herum. Eine menschliche Führungsperson ist nicht zu erkennen, wahrscheinlich stammt sie von einem der umliegenden Bauernhöfe. Der Nachmittag führt uns weiter durch das Revier, wir lernen die Reviereinrichtungen kennen, diskutieren ob diese an den richtigen Stellen stehen, überlegen wie wir Schüsse anbringen würden, was sicherer Kugelfang in der Revierrealität bedeutet und an welchen Stellen wir Biotoptypen sehen. Der Tag neigt sich gegen 18 Uhr dem Ende. Es waren heute knapp 10 Stunden in freier Sonne bei 30 Grad. Ein langer Tag.

 

Tag 4 Wildkrankheiten Pfingstmontag 5. Juni

Während der Rest der Welt noch zu schlafen scheint erklimme  ich von Waldshut aus die Hochlagen des Schwarzwaldes. Ein weiterer Tag im Revier Dachsberg. Nur diesmal ist die Sonne weg, es regnet, die Temperatur liegt bei 9 Grad. Wir nehmen diesmal den Waldbereich des Reviers unter die Füße, wiederholen die Wildkrankheiten, begutachten Fegeschäden, Wiederholen die Baumarten, sehen Einstände von Rehen und erkennen im niedergdrückten Gras die nächtlichen Ruhelager. Wir diskutieren und streifen durch das Gebiet. Erlebnisse eines Jägerlebens mischen sich mit Tipps für die Prüfung. Das für und wieder der Jagdhunderassen wird disktiert und ein frisch planierter Rückeweg zusammen mit dem Dauerregen sorgt dafür das wir unsere Schlammtauglichkeit prüfen können. Der Tag ist viel zu schnell rum und wir sind uns einig: „Ralph ist ne coole Sau“.

 

Tag 5 Naturschutz und Rotwildbeobachtung  Dienstag 6. Juni

Heute mal wieder ein Termin auf dem Feldberg. Diesen kennen wir schon vom ersten Block. Wir erfahren das Naturschutzrecht im allgemeinen und die Anwendung am Feldberg im speziellen. Am Nachmittag  unternehmen wir eine Wanderung im Gebiet (es geht zunächst steil bergab und danach steil bergan). Das Wetter hat Feldbergtemperatur bei 6 Grad und leichtem Regen, macht aber nichts, da es mir zumindest ziemlich warm wird. Wir sehen Gemsen auf 400 Meter und bestimmen Bäume und Kräuter.

Am Abend treffen wir uns im Rotwildrevier und wandern zu einer Beobachtungshütte. Wir sehen auf knapp 300 Meter Rotwild. Das Highlight ist ein Rehbock, welche durch günstigen Wind und unser ruhiges Verhalten in knapp 20 Metern die Hütte passiert. Ein wunderschönes Erlebnis am späten Abend in den letzten Sonnenstrahlen. Glücklich und vollkommen fertig vom Sauerstoffflash fahre ich die Stunde zurück in die Unterkunft. Perfekter Tag.

 

Tag 6 JWMG und Ansitz Mittwoch 7. Juni

Heute sind wir den ganzen Tag in Gersbach an der Hütte und lauschen Herrn Rieger, seines Zeichens Forstamtschef a.D. zum Thema Jagd- und Wildtiermanagementgesetz. Nachdem die Hütte gut eingeheizt ist tauchen wir ein in einen unglaublichen Erfahrugsschatz, dir forstliche Sicht auf Jagd und das JWMG, welches BW von den restlichen Bundesländern unterscheidet. Ich bin froh, dass ich in einem Bundesland, in welchem die Jagd modern legislativ verankert ist meine Prüfung machen darf. Das JWMG mach Sinn und ermöglicht es dem Land schnell auf sich ändernde Gegebenheiten zu reagieren. Aus dem BJG wurden nur die Strafen und der Naturschutzteil übernommen (muss ich noch mal abklären).

Am späten Nachmittag kommt Gerhard mit frischen Rehwürstchen vorbei und wirft den Grill an während wir noch eine Stunde Herrn Rieger lauschen. Nach dem Grillen gibt es praktische Arbeit zu verrichten. Rehbocktrophäen vorbereiten. Dazu entfernen wir von den frisch aufgetauten Häuptern zunächst die Decke und dann den Rest, bis nur noch der blanke Knochen vor uns liegt. Eine Arbeit die ein sehr scharfes Messer benötigt (ich werde meine alle nachschleifen müssen).

Gegen 19h geht es auf den Ansitz. Beim Anstellen an meiner Kanzel bekomme ich eine Säge und die Order das Sichtfeld freizuschneiden. Es erfolgt eine Druchforstung der jungen Buchentriebe am Wegrand. So kann ich dann von der Kanzel auch den Fuchs sehen, der ohne die Abholzung von mir unentdeckt seiner Wege geschnürt wäre. Ich höre entfernte Schüsse, aber diesmal hat niemand von unseren Trainern geschossen. Waidmannsheil dem Reviernachbarn.

Gegen 23h geht es nach Hause und ich bekomme noch eine Rehgeiss in Anblick. Auf der Strasse, nach einer Kurve. Zum Glück bn ich so langsam, dass ich die Begegnung durch eine Vollbremsung vermeiden kann. Es hat also Rehe.

 

Tag 7 JWMG und Schießen Donnerstag 8. Juni

Ein weiterer Tag mit Herrn Rieger und dieser stiftet heute Morgen Kaffee und Butterbrezen. Perfekt. Die Hütte wird wieder ordentlich eingeheizt und sehr schnell ist die Zeit vorbeit. Heute ist Abends noch Schießen. Wir kommen schneller durch als erwartet und nutzen die Zeit bis zum Beginn des Schiessens für einen Ausflug ans Schießkino zum Waffen befummeln. Es sind ein paar sehr gute Angebote bei den gebrauchten Waffen dabei. Der einzige 98er ist in 30-06. Wäre es 8x57IS gewesen hätte ich zugeschlagen (abholen dürfte ich die Waffe dann erst mit gelöstem Jagdschein).

Das Schiessen an sich läuft gut. Kipphase ist wie immer, der Keiler wird eher schlechter als besser. Muss mich da ein wenig anstrengen. Die Tipps von Volkert sind Gold wert. Die freie Zeit nutze ich zum Training der Waffenhandhabung. So ein Drilling ist echt eine technische Meisterleistung. Gegen 21h geht es in die Unterkunft.

 

Tag 8 Hochsitzbau und Ansitz Freitag 9. Juni

Heute Treffen wir uns Morgens in Bernau und bauen beim dortigen Förster einen Scherensitz, einen Drückjagdsitz und bauen diese im Revier auf. Man merkt, dass Thomas Erfahrung im Umgang mit Bau von Einrichtungen im Wald hat. Er handiert in einer traumwandlerischen Sicherheit mit Hammer und dem Fichtenmopped. Zur Mittagszeit steht ein knapp 5 Meter hoher Scherensitz. Wofgang der Revierförster, der in seinem 950ha Revier im Jahr knapp 80-90 Rehe schießt und ebenso viele Scheren, Böcke und Kanzeln aufgestellt hat, läd uns zu Steaks und Würstchen ein. Nachmittags nehme ich meine Statistenrolle beim Bauen wieder ein. Gegen 18 Uhr treffen wir uns mit den Jagdgästen von Wolfgang zu einer Ansitzjagd. Wir werden auf die vielzähligen Ansitzeinrichtigen verteilt. Gerhard und ich teilen uns einen Platz auf einer knapp 8 Meter hohen Kanzel. Leider ohne Anblick. Die zwei Schüsse die wir hören erlegten einen Rehbock. Gegen 23h mache ich mich auf den Heimweg um dan um 24h wie tot ins Bett zu fallen.

 

Tag 9 Schießen, Waffenkunde und Ansitz

Ohne Frühstück, dafür mit der Aussicht auf ein leckeres Schnitzel am Schießstand, mache ich mch auf den Weg. Kipphase alles OK, laufender Keiler wird schlimmer als besser. Ich erkenne jetzt alle Fehler, dennoch sehe ich mit Sorge. Nur noch zwei Termine zum Schießen. Wird eng.

Gestern Nacht noch hatte ich mich zur Prüfung angemeldet und die 320 EUR Prüfungsgebühr überwiesen. Jetzt ist es also fix. Angemeldet mit knapp 170 Stunden praktischer Ausbildung und knapp 35 Stunden Schiessausbildung und nach ca. 350 Schrotschüssen und ca.  600 Büchsenschüssen (Schießkino eingerechnet).

Heute gebe ich mir das volle Programm Waffenhandhabung. Nach dem Schießen geht es auf dem Schießplatzgelände weiter mit ein wenig Botanik und dann volles Programm Waffenkunde mit Schwerpunkt Optik. Die Handhabung wird noch einmal kurz wiederholt und wir bereiten uns um 18h auf den Ansitz vor.

Ich bin auf einer malerischen Salzlecke am Fuss eines kleinen Hügels angestellt. Die Sonne scheint von hinten auf die Salzlecke, der Wind steht perfekt. Leider nicht für die Rehe. Mein einziger Anblick sind hunderte von Mäusen die in der Dämmerung anfangen ihrer Baue zu sanieren. Überall raschelt und quiekt es. Um 22 Uhr baume ich ab und begebe mich zum Waldweg. Dort kann ich eine Waldohreule beim Jagen über mir im Licht meiner Taschenlampe beobachten. Sehr schöner Ausklang eines anstrengenden Tages. Die Unterkunft erreiche ich gegen 24h.

 

Tag 10 Waffenkunde und Waffenrecht

AUSSCHLAFEN! Heute geht es erst um 12h los. Perfekt um bis 8h zu schlafen und dann die Klamotten zusammenzusuchen und aus dem Zimmer auszuchecken. Noch kurze Grüsse an die Vermieter hinterlassen und dann in Schopfheim Frühstück in einem Kaffee. Die Sonne lacht, es hat gegen 11h bereits 30 Grad und die niedrigen Temperaturen in den Hochlagen der Hütte sind mehr als willkommen.  Der heutige Tag beginnt auf unseren Wunsch noch einmal mit Waffenhandhabung und müdet in Waffenrecht und praktischer Waffenpflege. Mit Pufferpatrone wird da aufbaumen auf einen Kanzel mit Gewehr geübt. Gar nicht so einfach mit der Waffe auf dem Rücken. Vor allem mit dem Gewehr ohne Lärm in der Kanzel zu hantieren. Ich verlasse die Gruppe gegen 18 Uhr und mache mich auf den Heimweg.

Es waren 9 unglaublich intensive Tage und beim Schreiben ist mir mal wieder aufgefallen was wir alles in der Ausbildung machen. So viele unterschiedliche Dinge, aber meist draussen im Revier, in der Praxis mit Praktikern. Ich bin froh, dass ich mich für dieses Kursformat entschieden habe, auch wenn es schlaucht.

 

 

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Der zweite Block ist vorbei – Lernen für die Jägerprüfung

Was für eine Zeit. Es ist Sonntag Nacht und ich bin vollkommen im Eimer. Es waren 4 Tage nahezu Vollzeit von Mittwoch Abend bis Sonntag Abend über das Himmelfahrtswochenende.

Tag 1 Schiessen im Schiesskino Mittwoch Abend 24. Mai

Heute waren wir mit insgesamt 10 Schülern im Schiesskino. Es lief wie immer im Schiesskino. Viel Spass und am Ende gab es den Schiessnachweis für 2017. Wir mussten in Gruppen zu 6 schiessen, so dass sich in den Pause Zeit zum Waffen befummeln ergab. Die Sauer 404 finde ich nach wie vor sehr genial, allerdings liegt sie preislich in den höchsten Gefilden. Und meine persönliche Vorliebe für das Mauser 98 System rückt Waffen mit diesem genialen und sicheren System in den Fokus, zumal die Kosten für eine entsprechende Waffe bei knapp 800 EUR neu beginnen. Am Abend erledigt und zufrieden in die Unterkunft (airbnb probiert) eingecheckt. Sehr nette Vermieter und sehr sehr ruhige Unterkunft.

 

Tag 2 Im Revier und Waffenhandhabung Donnerstag 25. Mai

Heute ging es um 12 Uhr in Gersbach los. Brauchte etwas Hilfe bei der Anfahrt, da die Navi die Koordinaten nicht so ganz sauber verarbeitet hatte. Zum Glück für uns hat uns der Trainer unterwegs eingesammelt. Tags über lernen wir Patronen, Waffen und die einschlägigen Gesetze kennen. Begreifen alle Waffen und Patronen (auch die „Försterpatrone“) Abends geht es dann auf den Hochsitz. Gerhard und ich teilen uns eine Kanzel. Leider haben wir keinen Anblick (ich muss mir noch eine Jacke mit weniger Rascheln kaufen). Unser Tagestrainer hat zuammen mit seinem Schüler Franco mehr Glück. Wir hören gegen 21 Uhr einen nahen Schuss und kurz drauf informiert eine SMS über den jadglichen Erfolg. Heute Abend wird noch ein Bock aufgebrochen werden müssen. Endlich die „rote Arbeit“ live und im Licht der Kopflampen. Franco bricht den Bock auf und extrahiert die einzelnen Organe. Wir sehen und lernen, halten die Organe in der Hand und stellen Fragen. Ich lerne, dass ich in Zukunft immer Einweghandschuhe im Auto haben werde.

 

Tag 3 Waldbau und Schiessen Freitag 26. Mai

Heute geht es früh los in den Wald. Wir lernen vom Förster Sven die Baumschutzmassnahmen kennen, pflanzen selbst Douglasien ein und erlernen die Altersklassen am Objekt. Wir begreifen die einzelnen Baum- und Pflanzenarten. Sven übt mit uns die Umwelpädagogischen Spiele die er sonst mit Schulklassen macht. Es funktioniert, Die Eindrücke bleiben hängen. Viel zu schnell ist es 16 Uhr und wir fahren zum Schiessplatz. Kipphase läuft gut, Rehbock läuft gut und selbst der laufende Keiler ist OK Die Prüfung wäre bestanden. Gut so, somit bleibt Zeit für die Pflanzenarten am Schiessplatz. Unser Förster kommt mit und erklärt die Bäume Sträucher und Gräser am lebenden Objekt während die Schüsse der einzelnen Stände die Hintergrundmusik geben. Gegen 21h fahre ich in die Unterkunft. Ich bin alle.

 

Tag 4 Schiessen und Landbau Samstag 27. Mai

Heute geht es gleich um 9 mit Schiessen weiter (der Schiessstand hat die samstäglichen Öffnungszeiten angepasst deshalb ist jetzt Samstags immer morgens Schiessen). Es ist erstaunlich was eine Nacht tiefer Schlaf ausmachen. Es läuft, ganz bescheiden, sehr gut. Ich bin sehr zufrieden. Kipphase liegt im Schnitt bei 9,5/10 (einen lasse ich machnmal über), Rehbock bei 5/5 in der 10 oder 9, und der laufende Keiler mit 3 von 5 in der Zielfläche ist aus meiner Sicht und meiner Ausgangsposition sehr gut. Den Rest der Zeit bis Mittag übe ich mit den anderen Schülern Waffenhandhabung am Drilling, am 98er und an den Kurzwaffen. Samstag hat die Gastronomie der Schiessanlage auf und es gibt hervorragende Schnitzel zu Mittag, die perfekte Stärkung für den nachmitäglichen Wanderausflug bei 32 Grad. Heute nimmt uns Sven mit in sein Jagdrevier. Wir begehen ein Revier aus ein wenig Wald und grösstenteils Feldfläche. Lernen Feldbau kennen. Sehen frisch gedrillte Maisfelder und Sonderkulturen. Lernen über Landwirtschaftliche Maschinen und Wildschadensausgleich. Zum Schluss gibt es noch eine Führung in einer sehr modernen Wildkammer. Es ist gegen 22 Uhr als ich vollkommen fertig ins Bett falle.

 

Tag 5 Waffensachkunde und Waffenhandhabung Sonntag 28. Mai

Ausschlafen! Es geht erst um 12 Uhr los. Wieder ins Gersbach an der Jagdhütte. Ich erfreue mich eines langen Fürhstückbüffets in einer Bäckerei und mache mich in aller Ruhe auf den Weg. Waffenhandhandhabung und Waffengesetz stehen auf Plan. Die Zeit vergeht wieder viel zu schnell. Die Waffen konnten alle mehrmals geübt werden. Den heutigen Abendansitz schenke ich mir und fahre gegen 20 Uhr die 150km nach Hause. Eigentlich brauche ich jetzt ne Woche Urlaub.

 

Fazit

Wie beim letzten Block bin ich der Meinung, dass die Vermittlung der Inhalte und die Möglichkeit durch die verschiedenen Jäger und Ausbilder auch verschiedene Sichtweise auf die Jagd zu erhalten, das Wesentliche an diesem Kursformat ist. Praxisnah Dinge begreifen und selbst tun, Fragen egal mit welchem Inhalt einfach stellen (bei 5 Kursteilnehmern kein Problem) und immer eine ausgewogene Antwort erhalten. Es ist zwar anstrengend, aber es macht sehr viel Spass.

 

 

 

 

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Lernen und Ausrüstung

Meine youtube-Liste hat sich jetzt vollends auf das Thema Jagd konzentriert. Ich schaue mir Tests von Gewehren und Ausrüstung, oder Jagdvideos an.

Die Materialien des Heintges sind alle einmal gelesen. Haarwild, Federwild, Waffenhandhabung, Waffenrecht und Jagdhunde sind durch eigene Mitschriften angelernt und werden mindestens drei Mal die Woche wiederholt.

Ich habe ein sehr gutes Buch oder besser eine Broschüre gefunden welche die relevanten Infos zu Haar- und Federwild auf knapp 40 Seiten in Tabellen zusammenfasst. Praktisch ein Factbook. Das ist meine Lektüre für zwischendruch und den Flieger.

Bei den Zeitschriften bleibe ich meist bei den „Wilden Hunde“n hängen. Nach wie vor einfach ein Jagdporno mit viel Bildern und wenig Text. Sehr gut für Zwischendurch. Sonst gefällt mir die Zeitschrift „Der Jäger“ ganz gut. Artikel sind aus allen Lagern, auch wenn ich manchmal schon etwas schlucken muss, da die Argumentationen der einzelnen Autoren sehr, hmmm, wie sage ich es passend, an das Wahlprogramm von manchen Parteien erinnert. Hauptsache es hilft der eigenen Position. Aber ich bin ja ein erwachsener Mensch und muss nicht mehr jedem mit einer einfachen  Meinung hinterher laufen.

Die Ansprechkarten für Schalenwild von Heintges sind ganz nett und sorgen immer mal wieder für ein Aha-Erlebnis. Und manchmal die Frage wo auf dem Foto die Merkmale auf der Rückseite zu sehen sein sollen, aber da fehlt mir halt einfach die Erfahrung und vielleicht auch der nötige gute Wille.

Meine Gewehrauswahl gestaltet sich in Wellenbewegungen. Von CZ557 Range über Heym SR21 bis hin zu Ruger American ist alles dabei. Von daher steht die Richtung noch nicht fest.

Beim Zielfernrohr habe ich mich auf das Steiner Ranger für knapp 1000 EUR festegelegt. Ich konnt bei Frankonia den Vergleich zu weit teuereren Optiken machen. Klar ist das Steiner etwas schlechter, aber dafür auch erheblich günstiger. Vom Preis-Leistungsverhältnis top. Und als alter Bayreuther freut mich der Umsatz in der Region, selbst wenn die Optik dann in den USA zusammengeschraubt wird.

Habe mein Messerlager aufgerüstet. Das geniale Hultafors Brechmesser für 8 EUR wohnt jetzt in so ziemlich jeder Schublade im Haus und im Auto. Viel Messer für das Geld. Für den Gürtel gab es das Hultafors OK4, ein Outddormesser auf der Basis des Brechmessers aber mit rutschfestem Griff mit 25 EUR auch sehr viel Messer für den EUR. Für die Dickung habe ich mir eine Condor Machete zugelegt und fürs Abfangen werde ich in einem verschlossen Behältnis im Auto ein Linder FK2000 mitführen (die Klinge ist knapp 20cm lang).

Beim nächsten Praxisblock kann eine neue Engelbert Strauss motion 2020  Bundhose zeigen, ob sie den Preis von knapp 75 EUR wert war. Farblich ist sie in Braun und poppigen Neon-Grün gehalten. So spare ich mir die Warnausrüstung 🙂

Soweit zum aktuellen Stand.

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Die Lerngruppe – ein Muss – Lernen auf die Jägerprüfung

Hatte gerade mein drittes Lerngruppenmeeting mit Franco. Franco ist Schweizer, wohnt aber 3 Autostunden von mir weg, so dass die Lerngruppe am Telefon stattfindet.

Wir verabreden uns meist zu 20:30h und planen mit einer Stunde, wenn es geht an drei Abenden die Woche. Unsere berufliche Situation lässt es manchmal nicht zu, dass wir eine 100% Konstanz in unsrere Termine bekommen, aber so ist das Leben eben, manchmal nicht planbar und genau aus diesem Grund haben wir uns ja auch für den Blockkurs und nicht für den Ein-Jahreskurs entschieden.

Die Lerngruppe bringt mir persönlich eine Verpflichtung beim Lernen Müssen und andererseits durch die Wiederholung und die Erklärungen die nötige Vertiefung. Langsam entwickeln sich Fachgespräche und wir sind uns nur noch in den Details unsicher (z.B. betrifft die Gemsenblindheit meist nur ein oder beide Lichter).

Auch wenn die Zeit der Lerngruppe, gemessen an der Zeit in der praktischen und theoretischen Ausbildung, nur etwa ein Viertel einnehmen wird, so trägt sie in weit höherem Masse zum Wissen bei.

Lerngruppe? Topp!

 

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Der dritte Schießtermin

Heute war der dritte Schiesstermin. Ich bin ein weing beruhigter. Am Anfang schoss ich 2×5 Schuss mit der .308  sitzend auf 100m. Volkert, der den die Standleitung hatte nahm sich meiner Technik an, zeigte Bein- und Körperhaltung, korrigierte Fehler. Ging das mentale vor dem Schuss durch und brachte mein Mukken in ruhigeres Fahrwasser. Ich hatte pro Gruppe jeweils einen Ausreißer, der Rest saß aber im gewünschten Bereich, so dass mein Vertrauen wieder zurück ist. Den Rest der drei Stunden absolvierte ich auf dem Trappstand. Ich glaube ich habe noch zwei Stunden danach wie ein Honigkuchenpferd gegrinst. Wurfscheiben machen einfach Spass.

Auch wenn es jedes Mal drei Stunden Fahrerei sind, so lohnen sich die Schießtermine für mich sehr. Ich werde noch mal schauen, ob ich nicht eine Stunde privat nur für mich buche um die Technik sicher zu haben.

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Der erste Block ist vorbei – Lernen für die Jägerprüfung

Was für eine Woche. Ich könnte mich jetzt in mitleidheischenden Worten ergehen und mich in meinem Leid und meinem kleinen bischen Stolz suhlen, aber ich bringe es auf den Punkt: Es war fordernd aber es hat Spass gemacht und es hat was gebracht.

Dieser erste Block ging von Ostermontag bis zum darauf folgenden Sonntag, also 6 Tage am Stück. 6 Tage in denen ich meine gemietete Ferienwohnung nur kurz zum Schlafen aufsuchte. Aber der Reihe nach:

 

1. Tag – Ostermontag im Revier

Treffen ist um 11 Uhr im Revier unseres Ausbilders Gerhard. Es hat, wie in der Standortbeschreibung vermerkt tatsächlich keinen Handyempfang. Zum Glück standen dort auch die Koordinaten und mein Navi arbeitet auch offline.

Es geht pünktlich um 11h mit der Revierbegehung los, wir bekommen Hochstände, Salzlecken und andere Reviereinrichtungen gezeigt, sehen ein erstes Reh und bekommen eine Ahnung warum der Schwarzwald ein Mittelgebirge ist. Es geht den Wald rauf und runter, meine Kondition ist gefordert. Zu Mittag finden wir uns zu Rehwürstchen vom Grill an der Jagdhütte ein. Auch die Mittagspause wird z.B. für die Altersbestimmung von Geweihtrophähen genutzt während die Würstchen sich auf dem Grill erwärmen. Und natürlich regnet es den ganzen Tag bei knapp 7 Grad Höchsttemperatur. Klar, so muss ein Urlaub aussehen.

Die Art der Wissenvermittlung liegt mir, genau das was ich schon vermuttet hatte. Es sind „sehen und begreifen“ Begehungen. „Wir sehen hier die Kirschenaufforstung. Welches Wild schält? Wie würde man Schälschäden hier vermeiden? Welche Pflichten hat der Jagdpächter bei Wildschadensersatz. Woraus wird das begründet. ….“ Ja, so kann ich es mir besser merken und es in mein Wissensnetz einpflegen.

Der Tag ist viel zu schnell rum, wobei mein ausgefrorener Körper vehemend nach einer Dusche verlangt. Der morgige Tag ist in-doors.

 

2. Tag – Haus der Natur auf dem Feldberg

Zum Glück sind die Sommerreifen auf meinem Forester durch das M+S Logo zumindest rechtlich für Schnee zugelassen. Es hatte die Nacht um den Gefrierpunkt und knapp 5 cm neues Weiss zieren die Strasse. Oben auf dem Feldberg paaren sich Schnee und eisige Temperaturen mit einem starken Wind. Ich wusste doch, dass das Wetter noch mehr drauf hat.

Der heutige Tag ist indoors Wissenvermittlung zum Thema Haarwild. Ich schreibe viel mit (eine meiner Lernmittel) und abstrahiere. Zahnformeln, Setzzeiten, Jägersprache. Alles ganz schön viel. Mittagessen gibt es in der sehr guten Pizzaria auf dem Feldberg. Waren am Vormittag noch Reh, Rot und Schwarzwild an der Reihe, so gibt es jetzt Inputs zu Fuchs, Dachs und Marder. Gegen 17h ist der Kurs zu Ende und natürlich bekommen wir eine Hausaufgabe (zwei Hochwildarten unserer Wahl alles was wir dazu wissen über die ersten zwei Lebensjahre beschreiben).  Ich gebe mir Abends eine kurzen Wiederholung und dannach die Snooker WM in Sheffield. Hausaufgabe mache ich morgen früh.

 

3. Tag – Haus der Natur auf dem Feldberg und Schiesskino

Jeder bekommt ein Plastiktier von Schleich und muss bewerten, ob das Tier richtig abgebildet aus der Gussform kam. Beim Rehbock z.B. ist eine helle Schürze im Sommerkleid aufgemalt. OK, es ist tatsächlich was hängen geblieben. Werde das nächste Mal an der Kasse im Landi (schweizerische BayWa und dort liegen die Schleichfiguren am Kassenbereich für die Kinder aus statt Süssigkeiten) nachkontrollieren. Die Hausaufgabe ist sehr gut, wir fangen an uns gegenseitig zu verbessern und unser zusätzliches Wissen einzubringen. Eine sehr gute und offene Lernatmösphäre. Und es sind ausser mir nur 4 weitere Schüler im Kurs. Das Betreuungsverhältnis ist also optimal. Heute ging es weiter mit Hasen und Kaninchen, wir diskutieren über den Wolf und den Luchs, das für und wieder der Aufnahme in die jeweilgen Jagegesetze. Nach wie vor beeindruckt mich die diffenrenzierte aber auch wertfreie Diskussion und Gesprächsführung. Alle Aspekte, Dogmen und Sichtweisen werden besprochen (gerade bei den Themen Luchs und vor allem Wolf gibt es in der Jägerschaft den einen oder anderen Graben) und diskutiert. Wir lernen unseren Trainer für die nächsten Tage kennen. Konrad wird uns durch das Federwild und das Wildtiermanegementgesetz führen. Nach 17 Uhr geht es dann in Fahrgemeinschaften nach Bremgarten ins Schiesskino.

Wir beschiessen virtuelle Sauen mit der Langwaffe und danach mit Revolver und Pistole Scheiben.  Macht Spass und ist viel zu früh vorbei. Nach kurzem Essen bin ich um 23h wieder in der FeWo.

 

Tag 4 – Haus der Natur auf dem Feldberg und Exkursion

Heute ist es für mich ein kleines Heimspiel. Federwild. Als sich bemühender Ornithologe fällt es mir leichter als den anderen die Entenarten zu identifizieren. Dennoch muss auch ich z.B. bei den Jagdzeiten büffeln. Mittagessen gibt es in der Naturschutzstation in XXXXX. Wir bekommen von Michael, einem der dortigen Mitarebeiter und selbst Jäger, eine sehr gute Führung durch die Sonderausstellung „Wolf“ und einen sehr guten und differenzierten Einblick. Anschliessend rücken wir dem Gefieder auf einer ornithologischen Exkursion auf den Leib. Wir sehen auf dem Moorstandort die üblichen Verdächtigen. Das Training bewährt sich, meine Mitschüler erkennen zuverlässig die Enten und Rallenarten. Nach dem Moor fahren wir weiter an einen See und führen uns dort bei bestem Sonnenschein die lokalen Enten und Gänsearten zu Gemüte. Es ist fantastisch. Alle relevanten Arten können im Spektiv angesprochen werden. Zusätzlich gibt es auch bei den Enten Spezilitäten wie Löffelente und für mich die schon lange nicht mehr gesehene Schwarzkopfmöwe als i-Tüpfelchen.

Abends geht es noch in ein Feldrevier. Neben einem Schwarzkehlchen gibt es wunderbare Anblicke von Feldrehen, Damwild und Fuchs. Die Temperaturen von mittlerweile 0 Grad lassen dann den Abend sehr kalt abschliessen. Ich hole mein Auto um 23h aus dem Parkhaus am Feldberg. In der Nähe ruft ein Kauz, der Mond strahlt und reflektiert im Schnee. Perfekter Tagesausklang.

Tag 5 – Haus der Natur und  Schiessstand

Heute Morgen starten wir mit dem Wildtiermanagementgesetz und den Jagdhunden voll durch. Für mich als Katzenmensch ist das Thema Jagdhunde doch mit einer gewissen Distanz versehen. Doch Konrad gelingt es meine schwache Motivation anzustacheln und mit einer vorgängigen, sehr guten Einteilung ein wenig System in das Thema zu bringen. Mit eigenen Hundefotos von Drückjagden werden Hunderassen quizbasiert abgefragt, die Brauchbarkeitsprüfungen durchgesprochen und das Thema und die Jagdarten mit Hund sehr gut visualisiert. Ich fühle mich zumindest besser als noch am Vortag, auch wenn ich dort schon einen langhaarigen Weimaraner als solchen ansprechen konnte. Immerhin gut geraten.

Diesmal bin ich mit Fahren dran und wir sind in einer knappen Stunde in Bremgarten. Das Schiessen läuft heute nicht so gut, ich fange an zu Mucken (siehe eigener Beitrag). Gar nicht gut. Wegen aktuem Waffenmangel schiesse ich mal aus Spass mit der Linkshänderwaffe (Tikka T3). Der Streukreis geht so, aber die Trefferlage ist weit weg von der 10. Bin gerade sehr demotiviert mit meinen Schiessergebniss. Zumal auch das Freihändig stehend auf 50m alles andere als vielversprechend lief. Dafür haben die 30 Wurfscheiben Spass gemacht und ich habe davon mehr als die Hälfte auch sauber getroffen. Immerhin.

 

Tag 6 – Exkursion in der Schweiz

Am heutigen Tag machen wir mit Konrad eine ornithologische Exkursion an den Klingnauer Stausee in der Schweiz. Ein perfektes Wasservogelrevier. Wir sehen mehr als 60 Arten und können formatfüllende Aufnahme von einer Nutria machen. Meine Mitkursteilnehmerin entwickelt sich langsam zu einer ernstzunehmenden Ornithologin. Erkennt schon selbst im Spektiv die Arten und vor allem diejenigen die sich noch nicht kennt. Ich ziehe den Hut vor so viel Lernleistung und erinnere mich, dass ich das gleiche bei Haarwild und bei den Jagdhunden leisten muss. Das wird noch ein Pensum für mich  werden.

Gegen 16h machen wir uns auf den Rückweg in Richtung Feldberg.

 

Tag 7 – Landesjagdhundeschau auf dem Dornsberg

Fahren gehört zu den grundlegenden Dingen meines Jagdkursformats und so mache ich mich am Sonntag gegen 9 Uhr auf zum Donrsberg, Auf dem Gelände der dortigen Landesjagdschule gibt es speziell für Jagdschüler und Interessierte eine Hundeschau. Was soll ich sagen? Einfach ein geniales Format. Der Moderator spricht frei über die jeweiligen Jagdhunde, über Geschichte, Zucht, Erfolg und MIsserfolg, über jagdlichen Einsatz und und und. Es ist Jagdhunde full-throttle und sogar ein Nova Scotia duck-tolling Retriever ist dabei. Einfach mal googlen.

Am späten Nachmittag fahre ich vollkommen erledigt zurück nach Hause.

Mein Fazit des ersten Blocks:

– Sehr gute Dozenten und für mich die passende Art der Wissensvermittlung

– Sehr viel gelernt und gemerkt wie wenig ich eigentlich weiss, ich muss das Lernpensum stark erhöhen

– Sehr guter Kurs, meine Mit-Teilnehmer wollen und das merkt man

– Viel Fahrerei, ich habe unterschätzt wieviel es zu fahren ist.

– Ich muss den Budgetrahmen aufstocken. Die Parkkosten pro Tag auf dem Feldberg mit jeweils 10 EUR stellen eine zusätzliche Belastung dar, genauso wie die Mittagessen im Restaurant. Ich erstelle gerade mal eine erste Kostenübersicht.

– beim Schiessen brauche ich mehr Übung. Ich komme mit der Orgnaisation der Schiesstermine und dem dann dort vorherrschenden Gedränge nicht klar. Ich brauche Ruhe um die Technik zu erlernen. Muss das abklären.

Und ich freue mich schon auf den zweiten Block.

 

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Schießen – es wird besser

Die letzten Schießtermine liefen von Mal zu Mal besser. Allerdings war es ein Marsch durch ein Tal der Tränen. Aber der Reihe nach:

Die ersten Schüsse auf den Rehbock in 100m sitzend waren desatrös. Ich hatte es sogar geschafft 2 Schüsse links unten auf den Rand der Scheibe zu setzen. OK. Ich habe ein Problem. Also um Rat beim Trainer gefragt. Volkert ist Waffenfan und ein hervorragender Schießausbilder. Samstag morgens gibt es ein Training in Ruhe. Pufferpatronen wechseln mit echten (natürlich ohne dass ich gerade weiss was aktuell geladen ist), so kann ich mein Verziehen sehr gut erkennen und nach einer halben Stunde schiesse ich ganz passabel (3×10 2×8) und merke beim Schuss, ob ich verrissen habe oder nicht. Beim nächsten Mal wird es konstant besser. Ich schiesse bei der ersten Gruppe 3×10 und 2×9 bei der zweiten 4×10 und 1×9. Ich bin beruhigt und zufrieden. Kipphasen laufen mit im Schnitt 9/10 sehr gut und so konzentriere ich mich auf den laufenden Keiler.

Hier muss ich an meinem Mitschwingen arbeiten. Spätestens ab der Hälfte der Strecke fährt mein Arm in einer Sinuskurve weiter. Für das Trefferbild ist das natürlich ein Glüchsspiel. „Ich will dieses Schwein“ denke ich mir, Was beim Kipphasen sofort hilft, macht es beim Keiler ein wenig besser. 2x in der Zone, der Rest eher die Verteilung einer Schrotgarbe. Sind ja zum Glück noch ein paar Termine.

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Lernen für die Jägerprüfung

Gerade im Moment frage ich mich was ich mir da eigentlich angetan habe. Die Bezeichnung „grünes Abitur“ für die Jägerprüfung fand ich zunächst lustig, da ich wusste wie lange ich für mein Abitur gelernt habe. Jetzt, nach dem ich den Aufwand etwas überblicke dürfte der Lernaufwand für die Jägerprüfung im Umfang tatsächlich dem Umfang meines zweijährigen Leistungskurses Biologie entsprechen.

Zum Glück sind die Themen so vielfältig wie es die Aspekte der Jagd sind. Wildtierkunde, Jagdbetrieb, Hundewesen, Land- und Forstwirtschaft,  Waffensachkunde, Schiessbetrieb, Kulturelle Aspekte, Tierkrankheiten, Kulturbau, Jägersprache usw.

Ein ganzer Strauß an Themen. Als Einstieg hatte ich mir das Standarwerk von Seibt duchgeblättert, dann gelesen und dann probiert zu lernen. Schnell stellte ich fest, dass damit zu viele Fragen offenblieben. Hier kommen die Heintges Lernhilfen ins Spiel. Diese widmen sich einem Thema gezielt mit einer für meinen Lerntyp hervorragenden didaktischen Methode. Ich habe diese bei meiner Jagdschule im Bundle zum Vorzugspreis erworben. Dafür bekommt man dann einen ansprechenden Karton welche knapp 8 Kilo wiegt. Wissen wiegt schwer. Ich lerne jetzt mit dem Seibt als Themenüberblick und als Vertiefung zum Thema die Heintges Lernhilfen. Dann mache ich die Prüfung auf meiner iPad-App und schreibe die Dinge die ich nicht wusste auf meinen Block und lokalisiere damit die Wissenslücken zum Nachlernen. Ich bin begeistert wie schnell mein Fortschritt bei der Waffensachkunde ist und besorgt wie schlecht ich mir merken kann wann welche Tierart in welchem Alter welches Geweih abwirft. Hoffe da aber auf Tipps von meinem Ausbilder.

Meine beiden Themen die ich gerade nicht mag sind eben Wildtierkunde und Hundewesen. Ich als Katzenmensch finde Hunde jetzt einfach nicht so spannend, obwohl sie zum Jagen in vielen Situationen unabdingbar oder mindestens sehr hilfreich  sind. Darüber hinaus geben Begeisterte für ein Thema natürlich immer Vollgas und nach Anlesen von Zeitschriften wie Jagd und Hund komme ich zum Schluss, dass alle Vorurteile die ich über Dackelzüchtervereine bis dato hatte scheinbar nur die Spitze des Eisbergs waren.

Meine Youtubehistorie hat sich vollkommen auf das Thema Jagd fokussiert und Kanäle wie Der Waldläufer oder Der eine Jäger geben viel Infos und bringen spannende Denkanstöße. Mein Favorit aber ist jagdundnatur.tv mit vielen sehr spannenden Beiträgen zum Wildtiermanagement. Hier glaube ich sieht man gut wo die Reise hingehen wird und wie sich die Arbeit des Jägers verändern wird.
Beim Auto schaue ich mir gerade Pickups an und so langsam schleichen sich die ersten Jagdsprache Wörter in den Wortschatz.

Lernen insgesamt geht dank der mittlerweile sehr vielen Medien gut. Smartphone und Tablet kombiniert mit Buch, Heft und eigenen Mitschriften. So kann ich im Flieger meist knapp 150 Fragen üben (ja nach Flugstrecke). Ich frage mich nur wie ich in 100 Minuten 120 Fragen beantworten soll. Auf jeden Fall sehr sportlich, da sind andere Bundesländer sehr viel weniger fordernd.

Aber hey wir lernen ja nicht für die Prüfung sondern fürs Leben.

 

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Erster Termin – Schießen

Heute war es soweit. Ich habe meinen Jagdtrainer und 3/4 der Kursteilnehmer kennengelernt. Und ich war sehr erleichtert. Der Trainer war ganz und gar nicht so unentspannt wie manche Ausbilder die ich in Youtube-Videos gesehen hatte. Meine Mitkursteilnehmer sind keine abgehobenen und arroganten sozial inkompetenten Schnösel welche die Jagd zur Netzwerkerweiterung nutzen möchten.
Also lauter ganz normale und nette Menschen. Zum Glück.

Als ich gegen 16:15h auf dem Schießplatz ankam war das Tor noch versperrt, OK, die abgemachte Zeit war 17 Uhr (ja, ich weiss, immer zu früh).  Also noch schnell beim gegenüberliegenden McDonalds einen Kaffee organisert und den wunderbaren Sonnenschein genossen. Um 16:30 wurde da Tor aufgeschlossen und die ersten weiteren Autos trafen ein. Also schnell ins eigene Auto gestiegen und hinterher. Auf dem Parkplatz des Schießstandes standen schon zwei Menschen neben ihren Autos, nach dem ersten Blick auf die grüne Kleidungsfarbe zu urteilen, ebenfalls Kursteilnehmer. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die beiden Teilnehmer des Jahreskurses waren. Diese machen am gleichen Tag wie wir die Prüfung, haben dafür aber fast ein Jahr Ausbildung, also mehr als 3 Mal soviel Zeit wie wir. Im Gespräch war das auch sofort festzustellen. Es klang nach Jägersprache und die berichteten Erlebnisse von Drückjagdteilnahmen unterstrichen den vermuteteten Erfahrungsschatz. Ich werde mich anstrengen müssen in der kurzen Zeit zumindest beim Wissen nachzuziehen. Die Erfahrung wird bei mir erst nach der Prüfung das Erlernte festigen können. Aber das wusste ich schon vorher und dessen war mir bei der Wahl der Ausbildungsform auch voll bewusst. (Siehe Die richtige Jagdausbildung finden).

Nach und nach trudeltden die weiteren Teilnehmer ein und dann ging es los.

Zunächst gab es eine Einweisung mit Rundgang auf dem Schießplatz. Wir lernten von Horst unserer Standaufsicht, dass wir uns auf dem grössten Schießstand in Deutschland befinden und als Trivia, dass der aktuelle Tatort welcher am 2. April 2017 gezeigt wird auch Szenen hier gedreht hat.

Wir lernten die Sicherheitsvorschriften und bekamen Wurfscheiben, Kipp-Hasen, 100m Schießbahnen, laufenden Keiler, den Bunker (dort wo die Waffen sicher verwahrt werden können zwischen zwei Schießterminen) und sehr wichtig, das Restaurant kennen. Hier war ich sehr angenehm über die fairen Preise und die Freundlichkeit der Mitarbeiter überrascht. Eine Stimmung die sich quer über die meisten Personen die sich aus professionellen Gründen auf dem Platz befanden zuzutreffen schien. Gelöst, aber in Sicherheitsdingen sehr konkret. Eine Stimmung wie ich sie schon von des Schießständen aus den USA, vom Segeln und vom Tauchen kenne. Keine Angst haben, aber nie den Respekt vor der Materie verlieren und leichtsinnig werden.

Mit den 3 anderen Teilnehmer „meines“ Kurses durften ich die erste Station absolvieren. Kipp-Hase (ich schreibe das so, damit die Leser meines Blogs die richtige Aussprache und die Bedeutung leichter erfassen, ich war am Anfang immer beim Lesen über die Kipp-Phase gestolpert und hatte mich gefragt was das wohl sein soll 🙂 )

Ziel bei Kipp-Hase ist es eine Gruppe von 4 metallenen, nach hinten klappenden Metallscheiben, welche zuammen  das Profil eines Hasen haben, in der Bewegung zu treffen. Der Hase wird von links oder rechts in knapp 30 Meter (den genauen Abstand habe ich in der Aufregung gleich wieder vergessen) Entfernung am Schützen vorbei gefahren. Die Waffe welche geschossen wird ist eine Flinte. Diese verschießt Schrotladungen. Auf knapp 30 Meter ist die Schrotkugelwolke knapp unter einen Meter im Gesamt-Durchmesser, wobei zum Umkippen schon ein paar Kügelchen das Metall treffen müssen. Wir hatten zwei brandneue Blaser F3 dabei eine davon in Linkshänderausführung für einen meiner Mitschüler.

Gerhard zeigte uns vor dem Stand die Waffe und deren Handhabung, erklärte Sicherheitsverhalten und wies auf häufige Fehler hin. Besonders gut gefiel mir, dass auch der jagdliche Einsatz, sowie die vernünftige und die erlaubte Schussentfernung diskutiert wurden. Es geht beim Jagen ja nicht um das Treffen sondern um das schnelle Töten und das können zwei vollkommen verschiedene Dinge sein. Vor allem die Hinweise darauf lieber auf den Schuss zu verzichten als „schussgeil“ es zu versuchen fand ich sehr richtig. Ich hatte auf Youtube selbstgedrehte Videos von „Jägern“ gesehen, welche auf Drückjagden unter extrem ungünstigen Winkeln und schwierigem Schussfeld hinter dem Wild her schossen. Ich möchte gar nicht wissen was die Nachsucher da als Ergebnis gefunden haben.

Nach der Erklärung des Standes und schon fast natürlicher Festlegung der Aufgaben (Schiessen, Munition auspacken und 10 Schuss für den Schützen griffgünstig in einem Holzblock darpieren, Aufsammeln der verschossenen und ausgestossenen Hülsen nach dem Schiessen, usw. ) kam ich an die Reihe. Es wird mit einer Bock-Doppel-Flinte aus dem unteren Lauf geschossen.  Jagdliche Erwartungshaltung mit dem Schaft auf Hüfthöhe, Anschlag und zielen, Hase los, Vorhalten auf das erste Segment, Schuss, Rückschlag, Enttäuschung. OK, das ging ne ganze Ecke drüber. Waffe abkippen, wundern wie weit die Hülse dank der Ejektoren rausfliegt, neue Patrone aufnehmen und in den unteren Lauf laden. Warten bis der Hase zurück läuft.  Nächster Hase, tiefer zielen, Schuss. Vorbei. OK, ruhiger werden, tief durchatmen. Laden. Anschlag. Schuss. Das erste Segment fällt. Juhu. Erleichterung. Langsam fallen die einzelnen Ablaufschritte leichter, das Brechen der Waffe (Mechanismus entriegeln und die Waffe mit Kraft abknicken), das Zielen. Die Anspannung vor dem Schuss weicht einer leichten Vorfreude auf den Schuss.
Ich lerne welche Schwierigkeiten unser Linkshänder mit von rechts kommenden Hasen haben muss. Als meine Hasen von links komme (ich bin Rechtshänder) muss mein Körper mehr drehen und das Treffen wird anspruchsvoller.
Auf dem Schusstagebuch für heute werden für den Kipp-Hasen 2 Mal 7 Treffer von 10 möglichen Vorbeifahrten stehen. Ein gutes Ergebnis für das erste Mal. Nicht übermütig werden. Ich kenne das vom Golfen und vom Bowling spielen. Es gibt gute Tage und es gibt die meisten Tage und an diesen normalen Tagen werde ich mich fragen, ob ich jemals zuvor eine Flinte in der Hand hatte. Aber ich bin beruhigt. Ich habe niemanden erschossen und mich nicht verletzt. Die aufgeregte Unsicherheit ist einer aufgeregten positiven Anspannung gewichen.

Mir hat gefallen wie Gerhard uns trainiert hat. Erst mal machen lassen uns unsere Erfahrung machen lassen, dann sehr sparsam Tipps geben und immer auf Fragen mit dem Ansatz des „Verstehen lehrens“ antworten. Ich habe nicht das Gefühl ein unwissender Schüler zu sein, sondern fühle mich voll im Erfahrungsmodus, verinnerliche, lerne beim Machen.

Die nächste Station ist 100m sitzend auf die Rehbockscheibe. Hier wird mit einer Sauer 101 Büchse im Kaliber .308 Winchester geschossen. Ein Unterschied zu einigen Jagdkursanbietern die mit einem kleineren Kaliber (z.B. .223 Remington) schiessen um den Teilnehmern einen kleineren Rückstoss und sich selbst als Nebeneffekt geringere Kosten pro Teilnehmer (.223 Rem. Patronen kosten ungefähr die Hälfte von .308) zu verschaffen.
Ich finde es vernünftig und sinnvoll in einem Kaliber zu schiessen in welchem später wahrscheinlich meine erste eigene Büchse kaufen werden Kaliber . 223 Rem. ist in Deutschland wegen einer Auftreffenergie von meist unter 2kJ in 100 Meter Schussentfernung (E100) nicht für Hoch- und Schwarzwild erlaubt). Kaliber .308 Win. schaffte i.d.R. Eine E100 von mind. 2,5kJ und ist in Deutschland mittlerweile ein beliebtes Allroundkaliber.

Die Einweisung in den Schießstand und in die Waffe laufen wie gehabt professionell und unaufgeregt. Meine ersten 5 Schuss mit der Büchse sind an der Reihe. Ich nehme meine 5 Patronen und drappiere sie in einem Patronenhalter. Aufnahme das Gewehrs, Patrone in die Kammer einlegen, Verschluss schliessen, in Anschlag gehen, Blick durch das Zeiss-Zielfernrohr. Hoppla der Bock ist doch ziemlich klein und die Mitte des Fadenkreuzes zittert sich so über die Fläche. Ok, zur Ruhe kommen, Ausatmen, erneut in den Anschlag gehen, zielen und fliegen lassen (Abdrücken in Jägersprache). OK, das ist ein Rückstoss, nicht zu Vergleichen mit der Flinte mit der zahmen Übungsmunition. Durch das Zielfernrohr blicken wo der Anschuss war. Keine Ahnug, nicht zu erkennen. Also Verschluss öffnen, Hülse wird ausgeworfen, nächste Patrone einlegen, mental auf den Schuss vorbereiten und fliegen lassen. Trefferlage wieder nicht zu erkennen, aber bei dem schwindenden Licht und dem mittlerweile nur noch aus Aufklebern bestehenden Zielbereich auf der Scheibe wahrscheinlich nicht verwunderlich. Als nach dem letzten Schuss die Scheibe vor mir zum Stehen kommt sehe ich 4 Löcher in verteiler Streuung von 3 bis 10. Moment 4? Es waren doch 5 Schüssen. Oh Mann da habe ich am Anfang wohl noch nicht mal die Scheibe getroffen. Es klärt sich auf, als der Schütze rechts neben mir auf seiner Scheibe ein Loch zu viel findet. Ich hatte mich scheinbar so darauf konzentriert die richige Scheibe zu treffen, dass ich in meiner Aufregung am Anfang wohl dann genau die Nachbarscheibe ins Visier nahm. Passiert mir nie wieder. Habe ich gelernt.

Die zweite Reihe mit 5 Schüssen lege ich anders auf. Der Schaft liegt jetzt direkt auf dem Holz auf, meine linke Hand ruht auf meinem rechten Oberarm. Der Anschlag wird gleich sehr viel ruhiger, das Ergebnis mit 3 mal 10 und 2 mal 9 sehr viel besser. Dem Hinweis von Gehrhard, dass im jagdlichen Einsatz mit dieser Auflage die manchmal benötigte Flexibilität nicht gewährleistet sein muss ich unumwunden zustimmen. Ich denke es war mein Ehrgeiz, dass ich nach dem ersten Schussbild mir selbst beweisen wollte, dass ich das kann. Somit habe ich die Aussenbedingungen so verbessert, dass ich Erfolg hatte. Aber es ist wie immer im Leben:
Nur dass was unter suboptimalen Bedingungen gerlernt wird funktioniert auch unter optimalen Bedingungen. Umgekehrt ist das selten der Fall. Also das nächste Mal die Linke Hand unter den Schaft und Realität üben.

Gegen 21 Uhr trennen sich unsere Weg und ich mache mich zufrieden auf die 1,5 Stunden Rückreise. Nette Menschen kennengelernt, ganz vernünftig beim Schießen angestellt und Vorfreude auf den nächsten Termin im Herz. Was will ich mehr?

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Die richtige Jagdausbildung finden

Die Jagdausbildung in Deutschland resultiert in der sogenannten Jägerprüfung. Die Jägerprüfung unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland im Umfang aber die Prüfungen werden untereinander anerkannt. So kann ich als z.B. in Bayern wohnsitzender auch in Baden-Würtemberg die Prüfung ablegen.

Die Prüfung selbst zerfällt in den meisten Bundesländern in einen Schiessteil, einen theoretischen Multiple-Choice Teil und einen praktischen Teil. Oft finden Theorie und Schiessprüfung an einem und der praktische Teil an einem zweiten Tag statt.

Soweit zum Ziel, jetzt zum Weg.

Es gibt zwei grosse Ausbildungs-Wege um zur Prüfung zugelassen zu werden, denn man benötigt in den meisten Bundesländern den Nachweis einer Ausbildung mit einem Mindeststundenanteil. Einerseits kann diese Ausbildung durch die Jagdverbände stattfinden, andererseits durch eine private Jagdschule.

Für mich erschien die private Jagdschule besser mit meinem Beruf und Privatleben vereinbar, da hier neben Schulungen von einem Jahr oder mehr  Dauer auch solche im mehrwöchigen Blockunterricht angeboten werden. Im Gegensatz dazu bieten die miesten Jagdverbände halbjährliche bis Jahresschulungen mit Terminen meist unter der Woche und am Wochenende. Dies ist mit meiner beruflichen Situation als Wochenendpendler nicht vereinbar, da ich unter der Woche in der Schweiz und am Wochenende in Deuschland bin. Somit war also klar, dass es eine Jagdschule werden sollte.

Bei den Jagdschulen gibt es unterschiedliche Konzepte. Die meisten gehen von der Idee aus, dass der Schüler zwei bis vier Wochen im Block beschult wird und dann zur Prüfung antritt. Das Extremste was ich gefunden habe waren 14 Tage inkl. Prüfung. Wenn ich davon ausgehe, dass die Prüfung 2 Tage dauert, dann sind das 12 Tage Kurs. In dieser Zeit alles prüfungsrelevante zu den einzelnen Themen zu festigen, denn in jeder Variante muss vorab zu Hause gelernt werde,  hielt ich für meine Fähigkeiten für zu sportlich. Die Variante mit 3 Wochen fand ich machbar, die vierwöchigen Varianten würden mich fast meinen kompletten Jahresurlaub kosten.
Ich war mir klar, dass solche Blöcke natürlich zwar das Wissen vermitteln können, aber die Anwendung des Wissens, also das Erlenernen, Begreifen und Verinnerlichen würde im Wesentlichen erst nach der Prüfung stattfinden können.

Bis ich bei meiner Suche auf eine Jagdschule traf die diese Dilemma thematisierte und mir auch eine Lösung versprach. Praktisch das Beste aus beiden Welten. 3 Monate Gesamtdauer in 4 Blöcken. 2 der Blöcke in den Ferienwochen von Ostern und Pfingsten jeweils von Samstag bis Samstag bringen mir z.B. bei insgesamt nur 8 Tagen Urlaub 12 Ausbildungstage, ein Block liegt über dem Himmelfahrts Brückentag bei 1 Tag Urlaub zu 4 Ausbildungstagen usw. So komme ich in den 3 Monaten auf insgesamt 22 Tage Ausbildung bei nur 9 Tagen Urlaub. Und es gibt genug Zeit zwischen den Blöcken das Erlernte zu festigen. Perfekt. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit ein Seminaren Dritter Anbieter wie einem Anschussseminar (zur Verbesserung des Erkennens der Trefferlage durch Anschussspuren) und einer Sachkundeschulung zum Thema Trichinenprobeentnahme.
Als Schiesstermine werden insgesamt 10 Termine in den Abendstunden angeboten. Davon liegt knapp die Hälfte in Blockzeiträumen mit einer prüfungsnahen Verdichtung der Termine.

Vor allem aber das Leitbild des Learning by Doing hat mich angesprochen: Es gibt im Winter die Möglichkeit an Drückjagden als Treiber teilzunehmen und beim Schiessen wird nicht auf das Prüfungsergebnis geübt, sondern in Jagdkalibern mit ordentlichem Rückstoss wie der .308 Win.

Somit hatte ich die für mich richtige Schule gefunden. Die jeweilgen Überlegungen sind sehr individuell. So hat ein Freund von mir mit seiner Frau den Kurs beim Jagdverband gemacht und war ebenso zufrieden, da diese Kurse mit seiner beruflichen und familiären Realität zusammenpassten.